Leserbrief Johann Burger: Meinungsfreiheit

Mit der Meinungsfreiheit – derzeit wegen der brutalen Attentate in Frankreich im Focus – hat es so seine Bewandtnis. Dabei geht es weniger darum, eine persönliche Meinung äußern zu dürfen, sondern mehr darum, ob und wie Meinungen veröffentlicht, verbreitet und kommentiert werden. Hier zeichnet sich eine besorgniserregende Entwicklung ab. Was die Öffentlichkeit erfahren darf durchläuft vorher immer öfter interessengesteuerte Filter und gezielte (teilweise sogar bezahlte) Meinungsbildung beeinflusst leider auch an sich freie Wahlen. Medialer Mainstream ist auch in unserem kleinen „Landl“ Realität. Anstatt „Meinungs-Freiheit“ lieber „meinungs-freie“ Bürger! Ihre Meinung ist nicht gefragt und wird dementsprechend auch überhört. Und wenn sich Bürger einmal aufraffen in einer Kundgebung unüberhörbar ihre Meinung zu äußern, dann werden sie als „Wutbürger“ diffamiert und der eingeschlagene Weg wird von der Politik dennoch trotzig und häufig nicht im Sinne des Gemeinwohls weiterverfolgt. Der rasante marktkonforme Um- und Abbau samt Destabilisierung unserer sozialstaatlichen Demokratien, um weiterhin die Macht und den weltweiten Raubzug des Kapitals zu sichern, wäre ohne Mithilfe der maßgeblichen neoliberal-marktkonformen Mainstream-Medien nicht so leicht möglich.

Johann Burger, Pichl/Gsies
14.01.2014

 

Dieser Beitrag wurde unter Leserbriefe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.